Schwarzes Alpenschwein:

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Vorteile der alten Alpenschweine-Rassen

- Ökonomie:

In einer Alpzeit von zumeist etwa 90 bis 100 Tagen nutzten die Schweine die grosse Artenvielfalt an Berg-Gräsern und Kräutern. Die inhaltsreichen, aromatischen Pflanzen (z.B. Bergwegerich, Alpen-Rispengras, Thymian, Schafgarbe, etc.) gaben dem Fleisch der Schweine einen einzigartigen Geschmack, der heute Label-würdig wäre. Durch die Aufnahme von Grünfutter auf der Alp reicherten sich im Fleisch der Schweine die wertvollen Omega-n3 Fettsäuren an, die dem modernen Schweinefleisch fehlen. Durch die beständige Bewegung der Tiere und das langsamere Wachstum durch eine extensive Haltung wurde das Fleisch auch kompakter und das Fett als Geschmacksträger im Körper besser verteilt (Marmorierung). Die alten Rassen zeichneten sich zudem durch grosse Robustheit aus, waren das Leben im Freiland gewohnt und brauchten daher kaum grosse Betreuung (und auch kaum Medikamente!).

- Ökologie:

Die Schweine wurden auf die für Kühe aus ernährungstechnischer Sicht wertlosen Läger-fluren aufgetrieben, wo sie die Pflanzen auf den überdüngten Böden abweideten bzw. durch ihre Grabungstätigkeit eine teilweise Verbesserung der Weidevegetation bewirkten. So wurden u.a. Blacken-/Ampfer-Felder für die Fütterung der Alpschwein genutzt (die heute mühsam und zum Teil chemisch bekämpft werden) und die Schweine durften dort nach Belieben im Erdreich wühlen (Wurzeln, Mäuse, Käfer-Engerlinge, …). Damit wurde der Verkrautung entgegengewirkt und die durch Viehtritt verdichteten Böden gelockert.

 

- Kulturgut:

Die traditionellen Alpenschweine waren ein lebendes Kulturgut des Alpenraumes. Sie waren Teil des ehemals autochthonen landwirtschaftlichen Berg-Betriebes. Einige Rassen wurden als Fettlieferant (wichtiger Energieträger für die hart arbeitende Bergbevölkerung, Schweine-schmalz-Reserven für Notzeiten, …), andere besonders als Fleischlieferanten gehalten und entsprechend selektioniert. Diese fütterungstechnisch und genetisch bewirkten Unterschiede führten zu einer wirklich breit-gestreuten Biodiversität in den Schweinebeständen der Talschaften des Alpenbogens. Durch die kleinräumliche Struktur der damaligen Wirtschaftsräume wurde diese hohe Biodiversität über viele Generationen erarbeitet und auch erhalten. Die jeweiligen Alpenbewohner hatten ihre Schweinerasse, welche mit den hofeigenen Futtermitteln am besten gehalten werden konnte.

- Tierschutz/Ernährung:

Durch die fehlende Weidehaltung werden heute die Tiere ähnlich wie in den Mastbetrieben im Tal hauptsächlich mit Molke und energie- und eiweissreichen Getreide- bzw. Sojafuttermischungen ernährt. Dies bewirkt eine einseitige, eiweissbetonte Fütterung, die als nicht artgerecht und auch für den Mensch als ernährungstechnisch bedenklich zu bezeichnen ist. Im Stall können die Tiere ihre arteigenen Bedürfnisse (Bewegung, Wühlen, ...) nicht ausleben.


Lange Beine und ein kurzer Körper machen die Alpenschweine berggängig!

 

Aussichten für eine teilweise Umkehr

Die letzten Alpschweine-Rassen sind als Teil der Agrobiodiversiät der Alpen ein unwiederbringlicher genetischer Schatz, den es für die Nachwelt zu erhalten gilt. Auch auf europäischer Ebene ist die Erhöhung des Beitrages der Landwirtschaft zur Biodiversitätserhaltung ein Ziel (Ziel 3 der Biodiversitätsstrategie 2020) der Europa 2020 Strategie.

=> Wenn wir uns sehr bemühen, können wir einen letzten Reliktbestand an autochthonen Alpenschweinen für die Zukunft erhalten.