Schwarzes Alpenschwein:

Rettungs-Projekt

 

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Projekt Schwarzes Alpenschwein (Suino nero delle Alpi)

Die meisten autochthonen Schweinerassen der Alpen sind bereits ausgestorben. Ein paar wenige Reliktexemplare in verschiedenen Talschaften sind erhalten geblieben. Allein können sie nicht bewahrt werden. Sie werden in einem Gen-Pool zusammengeführt und gemeinsam erhalten. Da es sich um schwarze oder schwarzgefleckte Tiere handelt, soll die Zucht unter dem Namen "Schwarzes Alpenschwein" erfolgen, ein Name der schon in der alten Fachliteratur für die Gemeinschaft schwarzer Alpenschweine verwendet wurde (z.B. bei J.R. Steinmüller, 1827). Das schwarze Alpenschwein ist nun notgedrungen eine Kompositrasse, basiert aber auf Resten tatsächlicher Alpenrassen. Das Projekt zielt auf ein marktfähiges Tier, das eine Chance für eine wieder nachhaltige Alpwirtschaft bietet.

 

 

Möglichkeiten

Das Schwarze Alpenschwein repräsentiert ein alptaugliches und robustes Weideschwein, wie es vor der Forcierung anspruchsvoller Leistungsrassen im Alpenraum verbreitet war. In einer Alpzeit von zumeist etwa 90 bis 100 Tagen nutzten die Schweine die grosse Artenvielfalt an Berg-Gräsern und Kräutern. Die inhaltsreichen, aromatischen Pflanzen (z.B. Bergwegerich, Alpen-Rispengras, Thymian, Schafgarbe etc.) gaben dem Fleisch der Schweine einen einzigartigen Geschmack, der heute Label-würdig wäre. Durch die Aufnahme von Grünfutter auf der Alp reicherten sich im Fleisch der Schweine die wertvollen Omega-n3 Fettsäuren an, die dem modernen Schweinefleisch fehlen. Durch die beständige Bewegung der Tiere und das langsamere Wachstum durch eine extensive Haltung wurde das Fleisch auch kompakter und das Fett als Geschmacksträger im Körper besser verteilt (Marmorierung). Die alten Rassen zeichneten sich zudem durch grosse Robustheit aus, waren das Leben im Freiland gewohnt und brauchten daher kaum grosse Betreuung (und auch kaum Medikamente!).

Das Projekt "schwarzes Alpenschwein" will auf die Qualitäten dieses Typs setzen und eine Marktnische besetzen. Produkte aus extensiver Haltung, traditionell zubereitet, geschmacklich überdurchschnittlich und aus der Region haben Zukunft und werden mit besonderen Labeln vermarktet. Ziel ist die Zucht alptauglicher Weideschweine mit mäßigem Fettansatz.

Inzwischen wurden die noch erhalten gebliebenen Veltliner-, Samòlaco- und Südtiroler Schecken-Schweine zusammengeführt. Anfang 2016 gibt es wieder 22 Zuchtgruppen. 17 davon in den Bergen der italienischen Provinzen Verona, Trient, Sondrio (Veltlin) und Südtirol, 3 im österreichischen Lungau und 2 im südbayrischen Berchtesgadener-Land. Vier der Zuchtgruppen befinden sich in agritouristischen Betrieben und sind öffentlich zugänglich. Das Zuchtbuch von Pro Patrimonio Montano zählt 65 Tiere, basierend auf 4 Eber- und 8 Sauenlinien. Such-Touren nach weiteren Reliktherden sollen die Zuchtbasis noch weiter verbreitern.